Die Möhringer SolarScouts auf dem Umwelt-Aktionstag im Bürgerhaus Möhringen

Besonders groß war das Interesse am eigenen Balkonkraftwerk. Vor allem Mieter in Mehrfamilienhäusern interessierten sich dafür, ob der Vermieter oder auch die Eigentümergemeinschaft den Wunsch nach einem eigenen Balkonkraftwerk immer noch ablehnen kann. Dazu erklärte SolarScout Jochen Schulz: “Seit der Verabschiedung des Solarpakets 1 im letzten Jahr ist es nur noch in wenigen Ausnahmefällen möglich, die Installation einer Balkonanlage abzulehnen. Selbst bestehender Denkmalschutz erlaubt kein pauschales Nein mehr. Es bleibt aber zum Beispiel möglich, in Mehrfamilienhäusern eine einheitliche Optik der Module von den verschiedenen Mietparteien zu verlangen.
Dank der großzügigen Förderung durch die Stadt Stuttgart sind BKWs inklusive Halterung heute mit rund 150 Euro netto sehr erschwinglich geworden. Eine teure Batterie lohnt sich bei den auf 800 W Leistung begrenzten Kleinanlagen in der Regel ohnehin nicht. Mit dieser kleinen Investition kann man über Tag bei einigermaßen Wetter mindestens die Grundlast seiner Wohnung abdecken. Nachdem sich die Anlage in etwa 1 bis 2 Jahr amortisiert hat, spart man dann über viele Jahre nennenswert Geld bei der Stromrechnung. Die Installation ist einfach und mit etwas handwerklichem Geschick selbst zu bewerkstelligen.

Dachanlagen, die wesentlich mehr Leistung erbringen können, sind zwar in der Anschaffung teurer, aber im Betrieb umso rentabler. „Leider sind derzeit viele Interessenten von Angeboten geschockt, die sie von sehr aggressiv agierenden Firmen im Internet erhalten haben. Auch wenn zunächst etwas anderes vorgegaukelt wird, liegen deren Preise oft um ein Vielfaches über dem, was lokal agierende Solarteure anbieten“, so SolarScout Peter Schütt. „Man sollte sich von solchen fast schon unseriösen Angeboten nicht irritieren lassen. Photovoltaik ist bezahlbar und rechnet sich schnell.“
Die SolarScouts, die im Auftrag des Stuttgarter Amts für Umweltschutz ehrenamtlich tätig sind, bieten im Rahmen von Nachbarschaftshilfe an, das Solarstrompotenzial für jedes Haus in Stuttgart zu ermitteln und die Kosten für entsprechende Anlagen abzuschätzen. In der Regel amortisieren sich solche Dachanlagen in weniger als zehn Jahren. Noch schneller geht es, wenn man selbst viel Strom benötigt, etwa für eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto.
Ein neuer, interessanter Ansatz ist auch zwei Wärmepumpen zu betreiben: eine im Freien nur im Winter laufende zum Heizen und eine ganzjährig betriebene im Keller zur Warmwasserbereitung. Letztere sorgt als Nebeneffekt dafür, dass es im Keller schön trocken bleibt, so dass man dort auch problemlos Wäsche trocknen kann. Sie funktioniert aber nur im Altbau bei nicht gedämmten Kellerböden.
Auch für größere Gebäude und Wohnungseigentümergemeinschaften gibt es inzwischen verschiedene Möglichkeiten, Solarstrom sinnvoll zu nutzen. Erste Referenzbeispiele in Stuttgart, wie ein Haus in Bad Cannstatt, zeigen, wie sich der Solarstrom gesetzeskonform auf die Mietwohnungen verteilen lässt. „Auch wenn das Thema etwas komplexer erscheint, gibt es mittlerweile einige pragmatische Ansätze“, sagt SolarScout Jochen Rauh. „Wer mehr Informationen von uns haben möchte, schreibt einfach eine E-Mail an info@solarscouts-moehringen.de“.
Nach 4 Stunden nahtloser Informationsgespräche gingen die SolarScouts am Ende des Umweltaktionstages etwas erschöpft, aber glücklich nach Hause. Sie haben wieder einmal dazu beigetragen, die Möhringer zu informieren und damit die Klimawende in Stuttgart voranzubringen.

(Dieser Text wird in ähnlicher Form auch in "Möhringen aktuell" (Nussbaum-Verlag) erscheinen.)